Protokoll – 4. Treffen des Arbeitskreises ‚Promotionsförderung von Fachhochschulabsolvent/innen’ FBTS

Prof. Dr. Sabine Mertel – Sprecherin

Anwesende:

Mitveranstalter – Deutsche Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA)

Prof. Dr. Rudolf Schmitt, Hochschule Zittau/ Görlitz

Prof. Dr. Ulrich Mergner, Fachhochschule Köln, Vorstand, FBTS

Prof. Dr. Ulrich Deller, Katholische Hochschule NRW, Promotionsbeauftragter

Prof. Dr. Eberhard Göpel, Hochschule Magdeburg-Stendal, Promotionsbeauftrag-ter

Prof. Dr. Markus Ottersbach, Fachhochschule Köln, Promotionsbeauftragter

Prof. Dr. Gerhard Riemann, GSO Fachhochschule Nürnberg, Promotionsbeauf-tragter

Prof. Dr. Joachim Romppel, Fachhochschule Hannover, Promotionsbeauftragter

Prof. Dr. Uwe Schwarze, HAWK Hildesheim, Promotionsbeauftragter

Prof. Dr. Gert Litges, HAWK Holzminden, Promotionsbeauftragter

Dr. Susanna von Oertzen, HAWK Hildesheim, Forschungskoordination

Tagungsordnung:

  1. Informationen über Tagungen und Organisation weiterer Treffen des AK FBTS und der Fachgruppe DGSA
  2. Informationen zur Unterstützung der Promotionsförderung im Netz
  3. Austausch und Themensammlung zur Planung einer Herbsttagung
  4. Austausch über Promotionspraxen und Ideen zu Promotionsberatung und Kolloquien etc. an den jeweiligen Hochschulen
  5. Austausch über Vernetzungen in Forschungskontexte und Graduiertenkol-legs sowie über bisherige und geplante Forschungsvorhaben der Dokto-rand/innen
  6. Austausch zu ‚Meilensteinen‘ zukünftiger Promotionspraxen an FH‘s
  7. Vorbereitung des TOP ‚Promotionsbeauftragte‘ beim nächsten Fachbe-reichstag in Kiel vom 10.- 12.05.2010
  8. Weitere Vorschläge – Verschiedenes

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Vorstellungsrunde und kurzer Austausch über Promotionspraxen an den Fachhochschulen der Teilnehmer/innen:

Kollege Ottersbach und Mergner (FH Köln) berichten, dass 2011 das Graduier-tenkolleg ‚Widersprüche gesellschaftlicher Integration: zur transformation Sozia-ler Arbeit` (Hans-Böckler-Stiftung) in Kooperation mit der Universität Duis-burg/Essen starten wird.

Kollege Romppel (FH Hannover)berichtet, dass die FH über Kooperationsverträge mit Universitäten verfügt; besonders erwähnenswert ist das PhD Studienpro-gramm – seit Herbst 2009 – in Kooperation mit der Universität oft the West of Scotland.

Weitere Informationen unter:

Phd-Studienprogramm@FH-Hannover.de oder: joachim.romppel@fh-hannover.de

Des Weiteren hält der Fachbereich eine Reduzierung des Lehrdeputats vor (1SWS pro Promovend/innenbetreuung max. 2 SWS). Die Promotionen sind ferner an das Forschungsinstitut des FB angebunden.

Kollege Schwarze (HAWK Hildesheim) berichtet, dass über Studienbeiträge ein Stipendiat/innenprogramm (5-6 Stipendien) finanziert werden; es besteht eine Kooperationsvereinbarung mit der Universität Hildesheim.

Kollege Litges (HAWK Holzminden) teilt mit, dass Kooperationen mit der Univer-sität Duisburg/Essen angestrebt werden.

Kollege Göpel (FH Magdeburg/Stendal) berichtet über individuelle Vereinbarun-gen zwischen Professor/innen von FH und Uni (Fakultät Soziologie). Kooperati-onsverträge liegen somit nicht vor, allerdings gab es im Bundesland Sachsen-Anhalt bereits schon einmal einen Vorstoß in Hinblick auf FH-Promotionsrecht. Er regt an, bevorzugt auch das Format des professional doctorate zu diskutieren; dazu wird an der FH M/S eine Kooperation mit Brighton(UK) bezweckt.

Ergebnisprotokoll:

TOP 1:

Informiert wird

  1. über das Treffen der Fachgruppe ‚Promotionsförderung‘ der DGSA am 10.04.2010 in Freiburg. Ein TOP wird dabei sein, über zukünftige Koopera-tionsformen der beiden AK’s zur Promotionsförderung von FH-Absolvent/innen zu befinden.
  2. Fachbereichstag Soziale Arbeit (FBTS) an der Fachhochschule Kiel vom 10.-12.05.2010 mit dem TOP ‚Verstetigung bzw. Etablierung von Promo-tionsbeauftragten/innen an den Fachbereichen/Fakultäten‘, da mittlerweile die Liste der Promotionsbeauftragten an Fachhochschulen in Deutschland ca. 75 Personen, an ca. 50 Fachbereichen/ Hochschulen, umfasst.

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  1. Teilnahme (Schmitt/Mertel) an der Tagung der EASSW (European Association of Social Work) an der Alice Salomon Hochschule Berlin am 27.05.2010, um über die AK Aktivitäten zu berichten.

 

TOP 2:

Kollege Schmitt informiert über den aktuellen Stand der Promotionsrundmail, Promotionsbroschüre, Promotionshomepage sowie über die Liste der Promotions-beauftragten/innen unter http://www.hs-zigr.de/~schmitt/promotionen/index_promotion.htm.

TOP 3:

Die Sprecherin teilt mit, dass momentan geplant sei (Abstimmung mit Vorstand FBTS und DGSA erfolgt noch), jeweils eine Arbeitssitzung im Anschluss an den Fachbereichstag im Frühjahr sowie eine Arbeitssitzung im Anschluss an die Jah-restagung der DGSA im Herbst/ Winter zu realisieren. Folgende Themenwünsche für die diesjährige Tagung vom 26.-27.11.2010 (EFH Freiburg) sind dabei von den Teilnehmer/innen der heutigen Sitzung genannt worden:

  1. Promotionsbetreuer/innen bzw. Gutachter/innen von FH-Absolvent/innen reflektieren und diskutieren bereits entwickelte Modelle/ best practice, notwendige Rahmenbedingungen sowie Forderungen für die Zukunft
  2. Verhältnis von Fachhochschulen und Universitäten in Bezug auf Promo-tionsbetreuung – Kooperationen – Arbeitsverteilung – Einbindung der Promovend/innen in Kolloquien
  3. Promotionen im eigenen Fach Sozialarbeitswissenschaft/ Wissenschaft So-ziale Arbeit profilieren, besonders hinsichtlich der Masterabschlüsse (Zu-gänge zu Promotionsverfahren) und trotz der fehlenden disziplinären An-bindung an Universitäten (Erziehungswissenschaft/ Sozialpädagogik in BRD z.B. im Vergleich zu Großbritannien/ Social Work)
  4. Promotionen in Forschungsprojekten und an Forschungsinstituten – Pro-motionen mit Stipendien/ Promotionskolleg – Promotionen an Fachberei-chen/Fakultäten mit Arbeitsplätzen an FH – d.h. Nachwuchsförderung kon-kret einschließlich Mittelbaustrukturen an Fachhochschulen
  5. Welche Standards der Promotionsausbildung für Promovend/innen u n d Promotionsbetreuer/innen sollen gesetzt werden? Welche Standards der Bedingungen für ein Promotionsexposé? (Promotionsanforderungen be-

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sonders in Hinblick auf Masterprogramme; wie sehen die MA Curricula hin-sichtlich Forschung aus?)

 

Kollege Schmitt wird ebenfalls zum Fachgruppentreffen DGSA eine Themen-sammlung vornehmen und fortschreiben.

TOP 4 – 5:

Festzuhalten ist, dass wir (Schmitt/Mertel) eine Mailanfrage an die Promotions-beauftragten zu folgenden Stichpunkten stellen werden:

Doktorand/innen

  1. Promotionsthemen und Forschungsausrichtung
  2. Laufende Promotionen – Themenschwerpunkt
  3. qualitatives Design
  4. quantitatives Design
  5. Mixed methods/ Design bzw. Triangulation
  6. Theoretische Studie
  7. Historische Studie
  8. Geplante Promotionen – Themenschwerpunkt

 

Designs s.o.

Dozent/innen

  1. Arbeitsschwerpunkte und Interessen für Betreuungen/ u./oder Gutach-ter/innentätigkeiten sowie Systematik der Betreuungen (Standards)
  2. Promovend/innen im Fachbereich/ Gesamtzahl insgesamt/ aktuelle Zahlen laufender Verfahren
  3. Inhalte von Forschungsprojekten mit Promotionschancen
  4. Angebot von Promotionskolloquien oder Forschungskolloquien ja/nein (evtl. mit Nennung der Themenschwerpunkte/ Forschungsausrichtung)

 

Hochschulen

  1. Masterstudiengänge/ Nennung von Inhalten und Ausrichtung
  2. Kooperationsformen/ Universitäten und Fakultäten/ Ansprechpartner/innen
  3. Graduiertenkollegs/ Promotionskollegs/ sonstiges
  4. Nachwuchsförderstellen/ Profile/ Zahlen

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TOP 6:

Nach einer ausgesprochen konstruktiven Diskussion zu den Erfordernissen einer zukünftigen Optimierung der Promotionsförderung sind folgende 7 Meilensteine herauszustellen:

  1. Wissenschaftlicher Nachwuchs soll zunehmend aus der eigenen Profession Soziale Arbeit rekrutiert werden
  2. Die Ausbildungslevels insgesamt müssen auf Wissenschaftlichkeit und For-schungskompetenz zielen ohne den Einbezug von Praxis zu vernachlässi-gen
  3. Es sind Standards für die Promotionspraxis an Fachhochschulen zu entwi-ckeln und zwar für die Anforderungen an Fachhochschullehrer/innen einer-seits und für die Promovend/innen andererseits
  4. Auf Dauer ist ein Promotionsrecht der Wissenschaft Soziale Arbeit unab-dingbar
  5. Mittelfristig sollten Social Work Graduate School Programms in Deutsch-land aufgenommen werden, die ortsübergreifende Verbünde zwischen den Fachhochschulen zur Promotionsförderung unterstützen, international ori-entiert sind, E-Learning Programme einbeziehen und regionale For-schungskulturen integrieren.
  6. Die Finanzierungsmodelle und Modi sind auf der Bund- und Länderebene zu prüfen
  7. Somit sind infrastrukturelle Voraussetzungen auf folgenden Handlungs-ebenen notwendig:
  8. Lehre und Forschung: Forschungsorientierung auf allen Aus-bildungsstufen durch forschendes Lernen, Nutzung spezifi-scher Praxiserfahrungen von Studierenden und Expertise von Praktiker/innen sowie Stärkung des Anwendungsbezugs for-schungsmethodischer Implikationen; Kolloquien für Promo-vend/innen sind einzurichten, um einen kontinuierlichen Aus-tausch über die Studien zu erhalten und Beratungsbedarfe zu decken.
  9. Hochschule: Verstetigung von Promotionsbeauftragten; Aner-kennung der Beratungs- und Betreuungsdienstleistung durch

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Reduzierung der Lehrdeputate; Kooperationsverträge mit Universitäten im In- und Ausland aushandeln.

iii. Promovend/innen und Gutachter/innen: Interne und externe sowie virtuelle Netzwerke aufbauen und nutzen.

 

TOP 7:

Aufgrund der erfolgreichen Rückmeldung s.o. und Aktivitäten der Arbeitskreise soll beim nächsten Fachbereichstag der TOP ‚Promotionsbeauftragte‘ die Empfeh-lung zur Verstetigung der Promotionsbeauftragten beinhalten.

TOP 8:

Kollege Deller regt eine Datensammlung zu Ausschreibungstexten von Professuren (FH) an, um Inhalte und Schwerpunkte sowie Profile festzuhalten, b. Erhebung der aktuellen Anzahl von Doktorand/innen der Fachbereiche/Fakultäten Soziale Arbeit zu. Die Sprecherin wird gemeinsam mit Kollege Schmitt prüfen, wie diese Evaluation realisiert werden kann.

Kollege Riemann merkt an, auch die Diskussion mit Akkreditierungsagenturen zur Unterscheidung von forschungsorientierten und anwendungsbezogenen Masterab-schlüssen nicht aus den Augen zu verlieren.

Vielen Dank für die angenehme, ideenreiche und effektive Sitzung!

Herzlichen Dank an Frau Röde und Frau Profin Dieball für die Organisation und Unterstützung!

Sabine Mertel

Sprecherin